WordPress Hosting Schweiz: Standort, revDSG und Technik

Viele Schweizer Hoster bieten WordPress-Tarife mit Servern im Inland. Hier sehen Sie, was der Standort nach revDSG bedeutet. Und woran Sie gutes Hosting für Ihr KMU erkennen.

  • Schweiz oder EUServer­standort nach revDSG einge­ordnet
  • Technik und SupportPHP, Cache, Staging, Backups und Sprache
  • Checkliste und WechselFragen an den Hoster, Umzug ohne Ausfall
Worauf Schweizer KMU achten ohne Rangliste
  • Server­standortIn der Schweiz oder im EU/EWR-Raum. Beides geht nach revDSG ohne Zusatz­ga­ran­tien. revDSG
  • Auftrags­be­ar­bei­tungEin Vertrag nach Art. 9 DSG mit Weisungen und Daten­si­cher­heit. Vertrag
  • Aktuelles PHPNur Versionen mit Sicher­heits­up­dates, selbst umschaltbar. Grundlage
  • Backups und StagingSelbst zurück­spielbar, Tests zuerst auf einer Kopie. wichtig
  • SupportIn Ihrer Sprache und auch bei Ausfällen erreichbar. wichtig
  • .ch-Domain und E-MailBeim selben Anbieter oder bewusst getrennt. Ihre Wahl
Keine Preise, keine Rangliste, keine Provision. Wir bieten selbst kein Hosting an.

Server in der Schweiz oder in der EU: was das revDSG sagt

Seit dem 1. September 2023 gilt das revidierte Daten­schutz­ge­setz. Ihr Hoster speichert Perso­nen­daten, etwa IP-Adressen in Protokollen und Einträge aus Formu­laren. Damit ist er Ihr Auftrags­be­ar­beiter. Steht der Server in der Schweiz, bleiben die Daten im Inland. Steht er in einem EU- oder EWR-Staat, ist das eine Bekanntgabe ins Ausland. Sie ist erlaubt, weil der Bundesrat diese Staaten in Anhang 1 der Daten­schutz­ver­ord­nung (DSV) als ange­messen führt. Gehen Daten ins Ausland, nennt Ihre Daten­schutz­er­klä­rung die Staaten (Art. 19 Abs. 4 DSG). Nach Art. 9 DSG sichern Sie die Auftrags­be­ar­bei­tung per Vertrag ab. Eine bestimmte Form schreibt das Gesetz nicht vor. Der Vertrag sollte regeln:

  • Der Hoster bearbeitet Daten nur nach Ihren Weisungen
  • Er gewähr­leistet eine ange­mes­sene Daten­si­cher­heit
  • Unter­auf­trags­be­ar­beiter nur mit Ihrer Geneh­mi­gung
Wo die Daten liegen nach revDSG
  • Server in der SchweizKeine Bekanntgabe ins Ausland. Es gilt der Vertrag zur Auftrags­be­ar­bei­tung. Inland
  • EU und EWRLaut Anhang 1 DSV ange­messen. Zusätzliche Garantien sind nicht nötig. angemessen
  • USASeit 15. September 2024 angemessen, aber nur für Unternehmen mit Zerti­fi­zie­rung nach dem Swiss-U.S. Data Privacy Frame­work. nur zerti­fi­ziert
  • Andere StaatenOhne Ange­mes­sen­heit braucht es in der Regel Garantien, etwa Stan­dard­da­ten­schutz­klau­seln. prüfen
Das ist keine Rechts­be­ra­tung. Klären Sie Ihren Fall mit Ihrer Daten­schutz­be­ra­tung.

Schweizer Hoster: was hinter «Swiss Hosting» steckt

In der Schweiz gibt es viele Webhoster mit Rechen­zen­tren im Inland, fast alle mit einem Word­Press-Tarif. Dazu kommen inter­na­tio­nale Anbieter mit Servern in der EU. Die Unterschiede stecken im Detail.

Firma, Rechenzentrum, Recht

«Schweizer Hosting» kann dreierlei heissen: eine Firma mit Sitz in der Schweiz, Server in der Schweiz oder Schweizer Recht im Vertrag. Fragen Sie, was davon zutrifft.

Wo die Backups liegen

Auch Sicherungen enthalten Perso­nen­daten. Fragen Sie nach ihrem Standort. Ein zweiter Standort im Ausland ist möglich, gehört dann aber in Ihre Daten­schutz­er­klä­rung.

CDN, Spamfilter und Support

Ein Verteilnetz (CDN), ein Spamfilter oder ein Support im Ausland können Daten ausser Landes bringen. Lassen Sie sich die Unter­auf­trags­be­ar­beiter und deren Staaten nennen.

Audits und Zertifikate

Der EDÖB empfiehlt, Audits und Zerti­fi­zie­rungen des Auftrags­be­ar­bei­ters zu prüfen. Verbreitet ist ISO/IEC 27001 für Infor­ma­ti­ons­si­cher­heit. Fragen Sie, welche Standorte das Zerti­fikat abdeckt.

Verfügbarkeit und Statusseite

Fragen Sie nach der zuge­si­cherten Verfüg­bar­keit im Vertrag. Eine öffentliche Statusseite zeigt, wie offen der Anbieter Störungen meldet.

Kundschaft in der EU

Verkaufen Sie auch in die EU, kann zusätzlich die DSGVO gelten. Die EU anerkennt den Schweizer Datenschutz als angemessen, zuletzt bestätigt am 15. Januar 2024. Server in der Schweiz passen also auch für EU-Kundschaft.

Die technischen Kriterien in Kürze

Hier unter­scheiden sich Schweizer Hoster nicht von anderen. Auf diese sechs Punkte kommt es für Word­Press an.

PHP-Version

WordPress empfiehlt PHP 8.3 oder neuer. Der Hoster sollte nur Versionen mit Sicher­heits­up­dates anbieten. Umstellen sollten Sie selbst, pro Website und ohne Ticket.

Welche PHP-Version passt

Caching

Ein Seiten-Cache auf dem Server liefert fertige Seiten ohne PHP aus. Ein Objekt-Cache wie Redis entlastet die Daten­bank. Das hilft vor allem Shops und Websites mit Anmel­dung.

Staging

Eine Testkopie, per Klick angelegt und auf die Live-Website über­tragbar. Bei Shops dürfen dabei keine neuen Bestellungen verloren gehen.

Was ist eine Staging-Umgebung?

Backups

Täglich, mehrere Wochen aufbewahrt und von Ihnen selbst zurück­spielbar. Ein zweites Backup ausserhalb des Hosters schützt, wenn der Hoster selbst ausfällt.

Was ein gutes Backup leistet

SSH, SFTP und WP-CLI

Mit SSH und WP-CLI laufen Updates und Datenbank-Exporte per Befehl. Dateien überträgt SFTP verschlüs­selt, klas­si­sches FTP nicht.

WooCommerce braucht Leistung

Warenkorb, Kasse und Kundenkonto kommen nicht aus dem Cache. Dort zählen PHP-Worker und PHP-Speicher. Hier zeigt sich, wie schnell ein Server wirk­lich ist.

WooCommerce in der Schweiz

.ch-Domain und E-Mail: zusammen oder getrennt?

Domain, Website und Postfächer müssen nicht beim selben Anbieter liegen. Eine .ch-Domain regis­trieren Sie über einen anerkannten Registrar, nicht direkt bei SWITCH. Viele Schweizer Hoster sind zugleich Regis­trar. Alles bei einem Anbieter ist bequem. Dafür betrifft ein Wechsel dann alles auf einmal. Liegen die Teile getrennt, wechseln Sie den Hoster der Website, ohne Ihre E-Mails anzu­fassen.

  • Halterin der Domain ist Ihre Firma, nicht die Agentur
  • Die Zugänge zu Registrar und DNS liegen bei Ihnen
  • SPF, DKIM und DMARC sind für Ihre Domain einge­tragen
  • Formulare senden per SMTP über ein echtes Post­fach
Drei übliche Auftei­lungen Domain, Website, E-Mail
  • Alles bei einem AnbieterEine Rechnung, ein Ansprech­partner. Ein Wechsel betrifft aber Website, Domain und Post­fä­cher zugleich. bequem
  • Website separatDomain und E-Mail bleiben, nur die Website zieht um. Üblich bei Managed-Tarifen ohne Post­fä­cher. flexibel
  • E-Mail bei eigenem DienstPostfächer bei einem E-Mail-Anbieter, die Website beim Hoster. Die DNS-Einträge verbinden beides. flexibel
Für einen Regis­trar­wechsel erhalten Sie den Trans­fer­code (Auth-Code) vom bishe­rigen Regis­trar.

Support: Sprache und Erreichbarkeit

Fällt die Website aus, zählt, wie schnell Sie jemanden errei­chen. Und ob man Ihr Problem versteht. Viele Schweizer Hoster antworten auf Deutsch und Französisch, manche auch auf Italie­nisch. Achten Sie auf die Zeiten. Für Fragen reichen Bürozeiten an Werk­tagen. Für Ausfälle brauchen Sie einen Weg am Abend und am Wochen­ende.

  • Support in Ihrer Sprache, auch schrift­lich
  • Ein Notfall­kon­takt ausser­halb der Büro­zeiten
  • Eine öffentliche Statusseite mit Störungs­mel­dungen
  • Antworten mit Inhalt statt Text­bau­steinen
So testen Sie den Support vor dem Vertrag
  • Technische Frage stellenEtwa nach PHP-Workern oder dem Standort der Backups. Die Antwort zeigt das Wissen. Test
  • Antwortzeit notierenEinmal werktags am Vormittag, einmal am Abend. Test
  • Sprache prüfenKommt die Antwort in Ihrer Sprache und ohne Umweg? Test
  • Statusseite ansehenWie offen und wie schnell wurden frühere Störungen gemeldet? Test

Checkliste: Fragen an den Hoster

Schicken Sie diese Fragen vor dem Vertrag schriftlich an den Support. Die Antworten vergleichen Sie danach Punkt für Punkt.

12 Fragen vor dem Vertrag
  • Wo stehen die Server, und wo liegen die Backups?
  • Gibt es einen Vertrag zur Auftrags­be­ar­bei­tung nach DSG?
  • Welche Unter­auf­trags­be­ar­beiter gibt es, und in welchen Staaten?
  • Welche PHP-Versionen gibt es, und kann ich selbst umstellen?
  • Gibt es einen Seiten-Cache und einen Objekt-Cache wie Redis?
  • Wie oft wird gesichert, wie lange aufbewahrt, und kann ich selbst zurück­spielen?
  • Gibt es Staging mit Übertragung auf die Live-Website?
  • Habe ich Zugang per SSH, SFTP und WP-CLI?
  • Wie viele PHP-Worker und wie viel PHP-Speicher hat der Tarif?
  • Sind Postfächer dabei, und kann die Domain getrennt bleiben?
  • In welcher Sprache und zu welchen Zeiten antwortet der Support?
  • Wie lange läuft der Vertrag, und hilft der Hoster beim Umzug?
Weicht der Support aus, fragen Sie ein zweites Mal. Auch das ist eine Antwort.

Hosterwechsel ohne Ausfall

Ein Wechsel lohnt sich, wenn das Hosting bremst, veraltet ist oder nicht zu Ihrem Daten­schutz passt. Planen Sie ihn vor der Kündi­gungs­frist. Viele Verträge verlängern sich auto­ma­tisch. Die .ch-Domain muss nicht mitziehen. Oft genügt es, die DNS-Einträge auf den neuen Server zu richten. Zieht die Domain mit, braucht der neue Anbieter den Trans­fer­code.

  • Seiten ohne Cache laden trotz aktu­ellem PHP langsam
  • Der Hoster bietet keine aktu­elle PHP-Version an
  • Standort oder Vertrag passen nicht zu Ihrem Daten­schutz
  • Backups fehlen oder lassen sich nicht zurück­spielen
Der Ablauf Kurzfassung
  • Neues Hosting buchen, altes behaltenBeide Verträge laufen einige Wochen parallel. vorher
  • Kopie einrichten und prüfenÜber die hosts-Datei testen nur Sie die neue Website unter Ihrer .ch-Domain. Test
  • DNS und E-Mail vorbe­reitenDie TTL der Einträge senken. Postfächer ziehen separat. vorher
  • DNS auf den neuen ServerBis die Änderung überall ankommt, antwortet der alte Server weiter. Umstellung
  • Kontrolle, dann Kündi­gungFormulare, Kasse, Postfächer und Zerti­fikat prüfen. Erst dann kündigen. danach

Wann sich Managed WordPress Hosting für KMU lohnt

Beim Managed Hosting richtet der Anbieter den Server für WordPress ein und pflegt ihn. Was genau dazugehört, ist von Tarif zu Tarif verschieden.

Lohnt sich: Shop oder Buchungen

Hängt Umsatz an der Website, zählen Leistung, Cache und schnelle Hilfe bei Ausfällen. Managed-Tarife sind darauf einge­stellt.

Lohnt sich: keine eigene IT

Kümmert sich im Haus niemand um Server und PHP, nimmt Ihnen der Anbieter diese Arbeit ab. Sie sparen Zeit und Rück­fragen.

Oft nicht nötig: kleine Firmen-Website

Eine Website mit wenigen Seiten und Besuchern läuft auch auf gutem Webhos­ting. Dort sind Postfächer meist schon dabei.

Managed heisst nicht gepflegt

Der Anbieter pflegt den Server und oft den Word­Press-Kern. Plugins, Theme, Formulare und Inhalte bleiben meist bei Ihnen. Fragen Sie genau nach, was dazu­ge­hört.

Wir hosten nicht. Wir betreuen Ihre Website auf jedem Hosting.

HTMLHELD bietet kein Hosting an und verdient nicht an Hoster­ver­trägen. Sie wählen den Hoster, ob in der Schweiz oder in der EU. Wir pflegen WordPress, Plugins und Theme, stellen PHP um und prüfen die Backups. Bremst der Hoster oder passt er nicht mehr, sagen wir es offen. Bei Bedarf empfehlen wir einen Wechsel und übernehmen den Umzug mit Test und Rückweg. Mehr dazu unter Website-Betreuung oder direkt über Kontakt.

  • Pflege auf Ihrem bestehenden Hosting
  • Ein zweites Backup ausser­halb des Hosters
  • Updates zuerst im Staging
  • Eine ehrliche Einschät­zung, ob der Hoster passt
WordPress-Hilfe auch für Nicht-Kunden

Unsicher, ob Ihr Hoster bremst oder Word­Press selbst? Wir messen es und sagen offen, woran es liegt. Liegt es am Hoster, planen wir mit Ihnen den Wechsel. Vertrag und Entschei­dung bleiben bei Ihnen.

Nachricht oder Termin WordPress-Hilfe im Notfall

Fragen zum WordPress-Hosting in der Schweiz

Welche Webhoster in der Schweiz bieten WordPress-Hosting an?

Praktisch alle. WordPress braucht PHP und eine MySQL- oder MariaDB-Datenbank. Das bietet jedes übliche Webhosting. Viele Schweizer Anbieter haben eigene WordPress-Tarife mit Instal­la­tion per Klick. Die anerkannten .ch-Registrare listet SWITCH auf nic.ch, viele davon bieten auch Hosting an.

Welcher ist der beste Hostinganbieter in der Schweiz?

Den besten für alle gibt es nicht. Ranglisten finanzieren sich oft über Provisionen, und Tarife ändern sich laufend. Legen Sie Ihre Anfor­de­rungen fest. Stellen Sie dann jedem Anbieter dieselben Fragen aus der Check­liste.

Was kostet das Hosting einer Website in der Schweiz?

Das hängt von wenigen Faktoren ab. Entschei­dend sind die Art des Hostings, die Leistung, die Zahl der Websites und Postfächer, Backups und Support-Zeiten. Vergleichen Sie den Preis nach der Aktionszeit, die Laufzeit und ob die MWST enthalten ist. Die Domain kommt dazu.

Was ist managed WordPress Hosting?

Hosting, bei dem der Anbieter den Server für WordPress einrichtet und pflegt. Dazu gehören meist Server-Cache, Backups und Staging, oft auch Updates des WordPress-Kerns. Plugins, Theme und Inhalte sind nicht immer dabei.

Muss der Server wegen des revDSG in der Schweiz stehen?

Nein. Server in EU- und EWR-Staaten sind zulässig, weil der Bundesrat diese Staaten als angemessen führt. Nennen Sie die Staaten in Ihrer Daten­schutz­er­klä­rung. Das ist keine Rechts­be­ra­tung. Im Einzelfall hilft Ihre Daten­schutz­be­ra­tung.

Brauche ich für WooCommerce ein besonderes Hosting?

Kein besonderes, aber eines mit mehr Leis­tung. Warenkorb, Kasse und Kundenkonto laufen ohne Seiten-Cache. Achten Sie auf PHP-Worker, PHP-Speicher, einen Objekt-Cache und ein Staging ohne Verlust von Bestel­lungen.

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